25.01.2018

Sitzung der Gemeindevertretung: Glyphosatverbannung? Grüne Lebensräume erhalten? Tempo 30 in Kilianstädten?

Vielversprechend verlief die Sitzung der Gemeindevertretung. „Aktive Krebsvorsorge“ nannte Fraktionschefin Dr. Barbara Neuer-Markmann unseren Antrag zur Verbannung von Glyphosat aus der Gemarkung Schöneck. Grüne Lebensräume forderte Fraktionsvize Wolfgang Seifried: Feldrandhecken, Blühstreifen, Insektenhotels sowie innerörtlich Pflanzinseln und Baumpflege mit Augenmaß. Beide Anträge werden im Ausschuss für Bauen, Umwelt, Verkehr, Energie und Klimaschutz weiter beraten.

Zu unserer Pressemitteilung hier …

Tempo 30 forderte die FWG für die Büdesheimer Straße und Am Brühl in Kilianstädten. Wir forderten in einem Erweiterungsantrag Tempo 30 für ganz Kilianstädten, denn für eine große Tempo 30 Zone fehlen zusätzlich sowieso nur noch kleine Abschnitte der ehemaligen Durchgangsstraße Frankfurter/Hanauer Straße. Drei Tempo 30 Schilder könnten einen ganzen Schilderwald ersetzen. Und das Gute: Die Gemeindevertretung unterstützt mit großer Mehrheit dieses Ansinnen! Doch jetzt wird es kompliziert, es geht gegen die antiquierte Straßenverkehrsordnung. Bei Liebe zum Detail: Unbedingt weiterlesen!

 

Glyphosatfreies Schöneck? Ja, bitte!

 

„Aktive Krebsvorsorge! Politik muss entscheiden, im Zweifel für die Gesundheit, auch wenn die Gelehrten streiten. Selbst der gesunde Menschenverstand ist ausreichend. Wenn nach der Ausbringung von Glyphosat in kürzester Zeit die Pflanzen absterben und die Felder braun werden, ist das augenscheinlich gefährlich. Für das Ökosystem und unmittelbar - oder am Ende der Nahrungskette - für uns Menschen“, so brachte es die promovierte Biologin Dr. Neuer-Markmann in ihrer Begründung auf den Punkt.  

Lesen Sie in unserem Antrag, mit welchen Maßnahmen Schöneck trotz der Sabotage des CSU-Landwirtschaftsministers Schmidt aktiv werden kann. Hier …

Grüner Lebensraum in Schöneck? Ja, bitte!

Die Insektenpopulationen in Deutschland haben sich seit 1989 um dramatische 75 Prozent reduziert hat. „Kein Wunder“, so Fraktionsvize Wolfgang Seifried, „da die Ackerflächen ausgeräumt sind und auch in den Ortslagen Lebensräume verschwinden, ist die logische Folge, dass auch die Tiere verschwinden.“ Nachdem durch Anträge von FWG und Grünen Mittel in den Haushalt eingestellt wurden, um im Naturschutz voranzukommen, wollen wir nun die möglichst effektive Umsetzung voranbringen und diskutieren, wie und wo Feldrandhecken, Blühstreifen, Insektenhotels oder Pflanzinseln der Verarmung unserer Landschaft entgegenwirken können.

Zu unserem Antrag hier …

Benjes-Hecke des Büdesheimer Ortsbeirats Gerald Diehl: Zwischen seiner Streuobstwiese und dem Feldweg wird Baumschnitt aufgeschichtet. Für den Rest sorgt die Wundertüte Natur, weil Vögel über ihren Kot standortgerecht einsäen – eine kostenlose Lösung, Abwechslung in Schönecks ausgeräumte Agrarlandschaft zu bringen und an Ackerrändern wieder Lebensräume für Insekten und andere Tiere zu schaffen.

Tempo 30 in ganz Kilianstädten? Ja, bitte!

„Die Gemeindevertretung befürwortet aus Gründen der Verkehrssicherheit und der Regelungsklarheit eine zusammenhängende Tempo 30 Ausweisung im Ortsgebiet von Kilianstädten“, so beginnt unser Änderungsantrag, der erfreulicherweise eine deutliche Mehrheit erzielte.

Verhältnismäßig einfach dürfte die Umsetzung in den noch verbliebenen Tempo 50 Streifen der ehemaligen Durchgangsstraße sein, in der Hanauer Straße zwischen Wachenbucher Straße und Platz der Republik sowie in der Frankfurter Straße zwischen Raiffeisenstraße und Dresdener Straße. Denn mit Eröffnung der Umgehungsstraße L3008 wurde die ehemalige Landstraße innerörtlich zur Gemeindestraße zurückgestuft. Schwieriger wird es in Büdesheimer Straße und Am Brühl, da dieser Bereich als Kreisstraße klassifiziert ist und damit nach Straßenverkehrsordnung (StVo) als „Straße des überörtlichen Verkehrs“ gilt, wo – ebenfalls nach Straßenverkehrsordnung – Ausnahmen von Tempo 50 nur in Bereichen vor Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern u.ä. zulässig sind.

Bündnis 90 / Die Grünen befürworten bundespolitisch Tempo 30 als innerörtliche Regelgeschwindigkeit, die aber Ausnahmen zulässt. Das entspricht am Beispiel Kilianstädten bereits heute der Realität: Tempo 30 ist hier die Regel, Tempo 50 die Ausnahme.

Solange aber die StVo innerorts an der Realität vorbei ordnet und die vermeintlich „freie Fahrt für freie Bürger“ über die Sicherheitsinteressen von Fußgängern, Radfahrern und Anwohnern stellt, braucht es andere Maßnahmen.

Was die StVo heute regelt und wie wir in Schöneck damit umgehen wollen, lesen Detailverliebte gerne in unserem Antrag hier …

URL:https://gruene-schoeneck.de/gemeindevertretung/2018/25012018/