BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ortsverband Schöneck

Zeitenwende in Schöneck

Bezahlbares Wohnen und Aufbau von Tafelsilber

27.02.26 –

Die Millionen aus dem Grundstücksverkauf für das Amazon-Rechenzentrum sollen nach den Plänen der Grünen in Schöneck eine Zeitenwende einleiten. Große Teile des Geldes sollen ohne Gewinnabsichten, aber werterhaltend in bezahlbaren, klimagerechten Wohnraum investiert werden. Mit dem Haushalt 2026 wollen die Grünen den Startschuss für eine langfristige Wohnrauminitiative geben.

Noch vor einigen Jahren beschäftigte sich die Gemeindevertretung mit einem Prüfauftrag, welche Grundstücke die Gemeinde verkaufen könnte, um Haushaltslöcher zu stopfen. Die Grünen wollen mit den Amazon-Millionen nun eine Zeitenwende einleiten: „Anstatt Tafelsilber verscherbeln zu müssen, können wir nun Vermögenswerte aufbauen“, so Fraktionschef Wolfgang Seifried. „Als Gemeinde sollten wir dabei aber nicht an reine Finanzanlagen denken, sondern signifikante Beiträge zu einem großen Problem unserer Zeit leisten: Zur Schaffung von bezahlbarem und klimagerechtem Wohnraum.“

Werterhaltende, gemeinwohlorientierte Anlage

Parteichef Peter Zittier, als Finanzexperte auch Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses, erläutert, warum gerade Schöneck als Gemeinde groß einsteigen kann und soll: „Eine Logik des privaten Wohnungsmarktes ist, dass die Investor*innen bei kreditfinanzierten Objekten die Zinsen und zusätzlich eine Rendite erwirtschaften wollen, was natürlich auf die Mieten aufgeschlagen wird, die damit für Menschen mit kleinen Einkommen kaum zu stemmen sind. Die Gemeinde dagegen muss nun weder Kredite aufnehmen noch Gewinne erzielen. Allerdings sollen die Mieterlöse werterhaltend für den Unterhalt der Immobilien verwendet werden.“

Fokus auf Bestand, Liquidität für langfristig wirtschaftliche Sanierung vorhanden

Zwar schließen die Grünen auch Neubauten auf der grünen Wiese nicht vollständig aus, den Fokus wollen sie jedoch auf den Erwerb und die Sanierung von Bestandsimmobilien legen und damit weitere wichtige Ziele verfolgen. Warum, beschreibt Rüdiger Klaas, Mitglied des Ausschusses für Bauen, Umwelt, Verkehr, Energie und Klimaschutz: „Etwa 60 Prozent der Schönecker CO2-Emissionen stammen aus dem Bereich Wohnen und Heizen, also können wir genau hier klimapolitisch wirksam werden. Bereits die Bauphase einer neuen Immobilie benötigt etwa gleich viel Energie wie die gesamte Nutzungsphase. Insofern ist es aus Gründen des Klimaschutzes wichtig, die Bausubstanz zu erhalten, wann immer das möglich ist. Ebenso wichtig ist es, in die Energieeffizienz der Gebäude zu investieren, was bei privaten Eigentümern mangels Liquidität häufig unterbleibt, auch wenn es langfristig durch die Energiekosteneinsparung die wirtschaftlichere Lösung wäre. Die Gemeinde dagegen verfügt nun über die notwendige Liquidität.“

Erfahrung vorhanden, personelle Voraussetzungen schaffen

Die Gemeinde Schöneck ist derzeit Eigentümerin eines Mietshaus-Ensembles in der Feldstraße/Bremer Straße. Zudem hat sie in den vergangenen beiden Jahren bereits drei Immobilien zur Unterbringung von Geflüchteten erworben. „Die Verwaltung kann also auch Immobilien verwalten“, sind sich die Grünen sicher. „Um aber mittelfristig einen signifikanten Bestand von beispielsweise 100 Wohneinheiten aufzubauen, braucht es zusätzliches Personal. Im Haushalt 2026 schlagen wir deshalb als Auftakt neben einer Erhöhung der Mittel für den Immobilienerwerb auch die Schaffung einer Stelle für einen Wohnraumförderer oder eine Wohnraumförderin vor.“

Aufgrund des demographischen Wandels und Generationswechsel rechnen die Grünen in den nächsten Jahren mit viel Bewegung auf dem Schönecker Immobilienmarkt, so dass sich Kauf-Gelegenheiten ergeben. Das helfe dann auch dem Stadtbild, da längere, spekulative Leerstandszeiten vermieden würden.

Seniorengerechter Wohnraum und Vergabe von Baugrundstücken in Erbpacht

Nicht zuletzt haben die Grünen mit zwei Maßnahmen zwei Personengruppen besonders im Blick: „Es soll seniorengerechter Wohnraum geschaffen werden, so dass ältere Menschen vor Ort eine Alternative finden, wenn sie mögen und ihnen beispielsweise ihr Einfamilienhaus zu aufwendig im Unterhalt geworden ist. Und jungen Familien sollen zunächst bezahlbare Mietwohnungen bereitgestellt werden, so dass es ihnen durch ersparte Mieten möglich wird, einen Kapitalstock aufzubauen, mit dem sie später den Traum einer eigenen Immobilie verwirklichen können. Und dafür soll die Gemeinde wiederum Lückengrundstücke erwerben, die dann in Erbpacht vergeben werden können. Das reduziert für junge Leute den Kapitalbedarf und schafft der Gemeinde über die Pachtzinsen regelmäßigen Ertrag.“

Weitere Informationen:

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Bericht aus der Gemeindevertretung | Kommunalwahl 2026 | Pressemitteilung | Wohnen

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