BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ortsverband Schöneck

Jahresrückblick in mehr als 150 Wörtern

Rechenzentrum, KI, Mobilität, Wohnen, Klima, Demokratie

31.12.25 –

Liebe Schöneckerinnen, liebe Schönecker, liebe an der kommunalpolitischen Gestaltung unseres schönen Ortes Interessierte,

üblicherweise beginnen wir unseren Jahresrückblick damit, festzustellen, dass uns bewusst ist, dass unsere politischen Aktivitäten in Schöneck natürlich nicht allein die Welt aus den Angeln heben, dass wir nicht alles beeinflussen können. Dass es aber wichtig ist, unseren kleinen Teil der Welt in Schöneck ökologisch, sozial und gerecht zu gestalten. Dass wir als Grüne vor Ort diese Werte hochhalten und die Summe vieler kleiner, besserer Schönecks eine bessere Welt ausmachen. Das Projekt Rechenzentrum hat im Jahr 2025 aber gezeigt, dass Schöneck gar nicht so klein ist und auch im globalen Maßstab relevante Entscheidungen hier getroffen werden und dabei Entscheidungskriterien eine Rolle spielen, die über Schönecks Tellerrand hinauswirken.

Rechenzentrum: Flächenbedarf reduziert, Haushaltssanierung für die Gemeinde, Abwärmenutzung offen

Wir wollen diesen Rückblick daher mit den aktuellen Entwicklungen rund um das Rechenzentrum beginnen, da das die Schöneckerinnen und Schönecker vermutlich auch am meisten bewegt hat. Denn bereits seit 2021 beschäftigt das Thema die Schönecker Kommunalpolitik. Von Beginn an hatten wir Grüne das Projekt begrüßt, aber vor allem an zwei Bedingungen geknüpft. Denn wer ja sagt zu Modernisierung und Digitalisierung, muss zwar unerwünschte „Nebenwirkungen“ auch vor der eigenen Haustür in Kauf nehmen, diese aber durch politisches Handeln so gering wie möglich halten. Ein schlichtes „not in my backyard“ würde unseren Ansprüchen an ausgewogene Entscheidungen nicht gerecht. Zum einen wollten wir daher durch eine mehrgeschossige Bauweise den Flächenbedarf reduzieren. Zum anderen wollten wir sicherstellen, dass ein signifikanter Anteil der Abwärme genutzt wird. Lange befanden wir uns im politischen Schöneck damit allein auf weiter Flur. Alle anderen Fraktionen wollten das Projekt mit der Firma Hetzner auf Biegen und Brechen durchsetzen, sahen darin offenbar den größt vorstellbaren Gewinn für Schöneck. Um daher andere Perspektiven in die Diskussion zu bringen und auf Augenhöhe mit den RZ-Projektierern verhandeln zu können, forderten wir, wenigstens fachkundige Beratung hinzuziehen. Leider lange vergeblich.

Bei der Reduzierung der Flächeninanspruchnahme kam Hilfe für unsere Position von „höheren“ Ebenen. Denn Schöneck liegt im Geltungsbereich des Regionalplans Südhessen und des Regionalen Flächennutzungsplans Frankfurt/Rhein-Main, die das im Baugesetzbuch festgelegte, abstrakte Ziel der Flächensparsamkeit auf die Kommunen herunterbrechen. Hier waren für das Gewerbegebiet Kilianstädten Nord II eben „nur“ 8 Hektar vorgesehen anstatt der 13 ha, die von den Protagonisten zunächst für das Projekt „gewünscht“ wurden. Die 5 ha (vermeintlicher) Mehrbedarf wurden erfreulicherweise nicht einfach durchgewunken und auf ca. 2,5 ha und damit 10,5 ha Gesamtfläche beschränkt. Dazu war eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich. Da das RZ selbst nur 7 ha in Anspruch nehmen wird, sind nun ca. 3,5 ha übrig. Deswegen ist kaum zu verstehen, dass die Mehrheit in der Schönecker Kommunalpolitik Ende 2025 den gleichen Fehler nochmal zu machen scheint: Für die Neuauflage des RegFNP wurden 11 weitere ha für ein Gewerbegebiet Kilianstädten Nord III beantragt, den „Flächendeckel“ ignorierend, den der Regionalverband als zuständige Planungsbehörde für alle Kommunen vorgesehen hat. Wieder beginnt ein vermeidbares Tauziehen!

Erfreulicherweise war, frisch im Amt, die neue Bürgermeisterin bereit, „Hetzner-unabhängige“, neutrale Beratung in Anspruch zu nehmen, was zuvor von der CDU-Fraktion unter ihrer Führung noch rigoros abgelehnt worden war. Die Erkenntnis aus der Beratung war, dass man mit anderen Anbietern nicht nur Fläche einsparen kann (wohl alle RZ-Projektierer außer Hetzner bauen mehrgeschossig), sondern auch finanziell deutlich mehr für die Gemeinde herausholen kann, vor allem auch dadurch, dass sich Schöneck die Stromkapazität sicherte. In der Folge wurde ein offenes Bieterverfahren durchgeführt, das Ende des Jahres abgeschlossen werden konnte. Zwar können die Ergebnisse im Detail hier nicht publiziert werden, weil die Entscheidungen in nicht öffentlicher Sitzung getroffen wurden und mit den Anbietern Vertraulichkeit vereinbart wurde. Um aber ein Gefühl für die Größenordnung zu geben, wiederholen wir hier Zahlen bzw. Einschätzungen, die von der Bürgermeisterin öffentlich gemacht wurden: Es gibt für die Grundstücksverkäufe bereits eine Anzahlung von rund 20 Mio Euro und insgesamt rechnet sie damit, dass mit den Einnahmen der Haushalt der Gemeinde über 30-50 Jahre saniert werden kann. Es handelt sich für die Gemeinde tatsächlich finanziell um ein richtig, richtig gutes Geschäft!

Ende 2025 verbleiben vor allem zwei Wermutstropfen: Die Nutzung der Abwärme ist alles andere als sichergestellt. Wir hätten uns gewünscht, dass die Gemeinde ihre hervorragende Verhandlungsposition (abzulesen aus den o.g. Zahlen) auch bezüglich der nicht-monetären Rahmenbedingungen besser ausnutzt und zumindest Anreize für eine tatsächliche Nutzung der Abwärme gesetzt hätte. Der zweite Wermutstropfen ist der Anbieter, auf den die Auswahl schließlich gefallen ist. Wirtschaftlich war sicherlich das Angebot von AWS (der Cloud-Services-Tochter von Amazon) das beste, wenn auch die Unterschiede zwar signifikant, aber verhältnismäßig überschaubar waren. Damit kommen wir zu dem Teil der Entscheidung, der über den Schönecker Tellerrand hinausragt: Unterstützt die Schönecker Entscheidung zu sehr die negative globale Entwicklung der Vermögenskonzentration (Jeff Bezos) und fördert damit zudem das Risiko der Abhängigkeit von einem mächtigen Tech-Konzern, der auch unter dem Einfluss der ins Autoritäre abgleitenden USA steht? Die Meinungen dazu gingen auch in unserer Fraktion auseinander. Teile von uns hatten zwar eine andere Auswahl getroffen. Am Ende waren wir aber in der Abwägung der Vor- und Nachteile alle der Meinung, dass das Projekt auch mit AWS besser ist als gar kein RZ-Projekt.

Positiv kann man am Beispiel Rechenzentrum festhalten, dass bessere Lösungen entwickelt werden können, wenn die Instrumente der Demokratie und Bürgerbeteiligung genutzt werden. In dem Fall waren es im Parlament wir Grüne und außerparlamentarisch das „Bündnis lebenswertes Schöneck“, die immer wieder den Finger in die Wunde gelegt haben, auch wenn wir vermeintliche Minderheitenpositionen vertraten und von den Mehrheiten eher als Störenfriede wahrgenommen oder zumindest so dargestellt wurden. Auch die dafür geschaffenen „Institutionen“ haben funktioniert, indem sie wichtige, abstrakte Zielsetzungen wie die Flächensparsamkeit nicht als unverbindliche Hinweise betrachtet, sondern gegen leichtfertige Kommunalpolitik durchgesetzt haben.

Negativ kann man der Meinung sein, dass die Einsicht viel zu lang gedauert hat. Hätte, hätte! Denn hätte sich die Mehrheit bereits im Frühjahr 2021 beispielsweise unserer Forderung zur mehrgeschossigen Bauweise zwecks Flächenersparnis angeschlossen, dann wäre die Fa. Hetzner damals bereits ausgestiegen, man hätte sich bereits damals unabhängig beraten lassen können, hätte ein Bieterverfahren gestartet und hätte vier Jahre Zeit gespart. Wahrscheinlich würde heute bereits ein Rechenzentrum stehen.

In 2026 und folgend werden wir weiter dafür eintreten, dass die gigantischen Abwärmemengen tatsächlich genutzt werden. Die Voraussetzungen sind durch fehlende Anreize zwar nicht besser geworden. Und mit jeder neu installierten Wärmepumpe (zu der wir allen raten) wird die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sich ein Wärmenetz wirtschaftlich rechnen wird, da die fixen Netzkosten auf weniger Abnehmer verteilt werden müssen. Der Fokus wird sich also eher darauf richten, auf den verbleibenden ca. 3,5 ha des Gewerbegebiets Unternehmen mit hohem Wärmebedarf anzusiedeln, die die Abwärme nutzen können. Und vielleicht gelingt es auch, Autokontor und AWS dazu zu bewegen, mit einer Art Carports auf dem Autokontor-Gelände Sonnenstrom zu ernten und direkt im Rechenzentrum zu nutzen. Wir werden uns dafür einsetzen.

Hintergrund-Infos zum Rechenzentrumsprojekt:

Mensch und KI: Veranstaltungen zur verantwortungsvollen Nutzung von künstlicher Intelligenz

Rechenzentren sind kein Selbstzweck. Doch wofür braucht unsere Gesellschaft diese eigentlich? Zum Beispiel für die Digitalisierung unserer Verwaltungen, um Verwaltung nicht nur effizienter, sondern auch bürgerfreundlicher zu organisieren. Und um die Infrastruktur für Entwicklung und Nutzung von künstlicher Intelligenz zu schaffen, sofern man in der Lage ist, diese verantwortungsvoll zu gestalten und zu nutzen. Für demokratische Parteien ergibt sich daraus die Notwendigkeit, Nutzen und Nebenwirkungen zu beleuchten. Dies haben wir im Jahr 2025 in einer Veranstaltungsreihe „Mensch und KI“ mit bisher vier Veranstaltungen getan und werden das 2026 fortsetzen.

Info zu den bisherigen Veranstaltungen: https://gruene-schoeneck.de/startseite/kategorie/ki

Günstiger Sonnenstrom für alle

Was für das Rechenzentrum und das Autokontor noch Zukunftsmusik ist, ist für neue Wohngebäude in Schöneck seit 2025 Realität. Unser Antrag „Sonne für Schöneck: Bezahlbarer Strom und Klimaschutz durch Photovoltaik“ fand im Februar erfreulicherweise Zustimmung. Dahinter steckt eine PV-Pflicht für alle neuen Wohngebäude. Den Nutzen davon haben vor allem Mietende: Denn bei Eigenheimbesitzenden kann man sagen „selbst schuld“, wenn sie diese günstige Form der Stromversorgung nicht nutzen wollen. Mietende hatten bisher aber schlicht nicht die Chance, daran zu partizipieren. Die Energiewende darf aber kein „Elitenprojekt“ sein. Deshalb hatte die Ampelregierung den Weg zu Mieterstrom entbürokratisiert. Durch die in Schöneck nun beschlossene PV-Pflicht ist zu erwarten, dass Investoren künftig auch Mieterstrom anbieten. So können beide Seiten davon profitieren. Da die für Energie zuständige Bundesministerin beabsichtigt, die Rahmenbedingungen für PV wieder zu verschlechtern, haben wir im Dezember mit einem Experten-Vortrag beleuchtet, warum sich PV derzeit immer noch lohnt und was sich verschlechtern würde, wenn die Ministerin sich durchsetzen würde.

Mehr zu unseren Sonnenstrom-Aktivitäten hier: https://gruene-schoeneck.de/startseite/kategorie/sonnenstrom

Klimaschutz ist Menschenschutz

Genauso wie ein Rechenzentrum kein Selbstweck ist (s.o.), so ist auch die Nutzung von Sonnenstrom kein Selbstzweck. Sonnenstrom ist günstig, macht unabhängig von fossilen Energien aus meist autokratischen Staaten (auf Länderebene) und unabhängiger von Netzentgelten oder Gewinnstreben von Energiekonzernen (auf Haushaltsebene), und schließlich ist die Nutzung von Sonnenstrom ein wesentlicher Baustein zum Klimaschutz, das heißt zur Bewahrung unserer Lebensgrundlagen. Die Auswirkungen fehlenden Klimaschutzes kann man in Schöneck leider beispielsweise im Gemeindewald betrachten. Die Buchen werden die Anpassung an die Erwärmung wohl nicht schaffen. Nicht nur deswegen hat die Gemeindevertretung im Februar auf unseren Antrag hin beschlossen, für die nächste, zehnjährige Forsteinrichtungsperiode einen „Round Table“ unter Beteiligung des Naturschutzes ins Leben zu rufen. Der dringende Start dieses Gremiums ist leider immer noch ausstehend und damit in „guter“ Gesellschaft mit neun weiteren Anträgen unserer Fraktion, die zwar beschlossen, vom Gemeindevorstand aber noch nicht umgesetzt wurden. Auf kommunaler Ebene hat man sich bereits ins scheinbar Unvermeidliche gefügt und unter Federführung des Main-Kinzig-Kreises ein Klimaanpassungskonzept erarbeiten lassen; die dort beschriebenen Maßnahmen gilt es jetzt umzusetzen.

Doch das allein reicht nicht aus. Um Klimaschutz auch als Kommune systematisch betreiben zu können, braucht es professionelle Strukturen. Die Einstellung eines Klimaschutzmanagers wurde im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2025 versprochen (und gebrochen), aktuell auf Ende 2026 verschoben. Solange dümpelt als Alibi ein ehrenamtlicher Klimabeirat vor sich hin, der aber letztlich keine Chance hat, Ergebnisse zu erzielen. Klimaschutz hat in der Schönecker Kommunalpolitik leider keine Priorität und außer durch uns Grüne auch keine Lobby. Mit einer Anfrage wollten wir im Dezember Licht ins Dunkle bringen, wie im Rathaus die weiteren Planungen sind bzgl. einer Aktualisierung des Klimaschutzkonzepts aus 2012 (!), der Wärmeplanung und Abwärmenutzung sowie der Besetzung einer Stelle für das Klimaschutzmanagement.

Zur Anfrage, die auch ganz gut einige der offenen Baustellen aufführt hier: https://gruene-schoeneck.de/userspace/HE/ov_schoeneck/Antraege/2025/2025-12-11-Anfrage-Klimaschutz.pdf

Bezahlbares, klimagerechtes, flächeneffizientes Wohnen

Als „Schlafstadt“ ist in Schöneck das „Wohnen“ mit dem Heiz- und Warmwasserbedarf sowie dem Energiebedarf des Baus die Quelle für ca. 70 Prozent der CO2-Emissionen und muss daher wesentliches Handlungsfeld einer Schönecker Klimapolitik sein. Im Lebenszyklus eines modernen Gebäudes entstehen ca. 50 Prozent der Klimawirkung bereits im Bau. Da wir gegen die Wohnungsnot in unserem Ballungsgebiet angehen wollen, setzen wir auf eine Wohnraumoffensive im Bestand für bezahlbares, klimagerechtes und flächeneffizientes Wohnen. Dabei wollen wir gezielt Anreize setzen, Leerstände zu reduzieren und Baulücken zu nutzen. Dass Potential vorhanden ist, zeigt sich schon daran, dass die Gemeinde allein in 2025 – ohne systematische Bearbeitung – drei Bestandsgebäude erwerben konnte, vor allem mit dem Ziel, Geflüchtete unterzubringen. Um die Hebung des Potentials zu systematisieren, haben wir mit einer weiteren Mitmachinitiative über eine Umfrage Meinungen abgefragt. 59 Bürgerinnen und Bürger haben sich daran beteiligt. Als eine der höchst bewerteten Maßnahmen kristallisierte sich darin die Einführung einer Grundsteuer C heraus, um damit einen Anreiz zur Schließung von Baulücken zu schaffen. Umso bedauerlicher ist, dass unser Antrag für eine moderate Erhöhung (entsprechend ca. 2 Promille des Grundstückswerts) in der Gemeindevertretung abgelehnt wurde. Stattdessen präferiert die Mehrheit das Bauen auf der Grünen Wiese: 26 Hektar Potentialfläche will sich die Gemeinde im Rahmen der Neuauflage des Regionalen Flächennutzungsplans sichern und damit den Vorschlag des Regionalverbands glatt verdoppeln. Zwar hoffen wir darauf, dass der Regionalverband als Planungsbehörde seinen Flächendeckel verteidigt, besser als das Prinzip Hoffnung ist aber der weitere politische Einsatz in 2026.

Mehr zu unseren Initiativen für bezahlbares, klimagerechtes Wohnen hier: https://gruene-schoeneck.de/startseite/kategorie/wohnen 

Mobilität für alle, Gelegenheiten nutzen bei der Niddertalbahn und dem Radwegeausbau

Vermeintlich nicht erfolgreich war im Dezember 2024 auch unser Antrag „Verbesserung der ÖPNV-Verbindung in den Frankfurter Osten: Versuch als Ersatzverkehr während des Niddertalbahnausbaus“. Durch einen Änderungsantrag der WAS war unserem Antrag seinerzeit die Substanz entzogen worden, nämlich der Vorschlag, Ersatzverkehre nicht „stumpf“ entlang der Niddertalbahntrasse einzurichten, sondern andere Strecken „auszuprobieren“. Umso erfreuter waren wir, als wir im Dezember 2025 erfuhren, dass die AGNV Niddertalbahn genau das über die Kreisverkehrsgesellschaft und den RMV einforderte. Vielleicht muss man Vorschläge nur oft genug öffentlich wiederholen, bis sie Gehör finden, auch wenn eine Zustimmung der Schönecker Gemeindevertretung manchmal schwierig zu erreichen ist.

Die Planungen für den Ausbau und die Elektrifizierung der Niddertalbahn laufen und wir müssen darauf setzen, dass dieses für die Region so wichtige Projekt nicht den Berliner Rotstiften zum Opfer fällt. Nicht nur bei den Ersatzverkehren geben wir Impulse. Wir wollen auch die Gelegenheit nutzen, im Zuge des Ausbaus das Hupen der Bahn in Kilianstädten überflüssig zu machen. Wann, wenn nicht im Zuge des Ausbaus können die unbeschrankten Bahnübergänge modernisiert werden? Denn es erscheint doch einfach widersinnig, dass die Strecke modernisiert wird, sich die Bahn in Kilianstädten aber immer noch wie vor 100 Jahren den Weg frei hupen muss. Auf unseren Antrag hin will sich die Gemeinde im Rahmen des Verfahrens dafür einsetzen.

Als schwierige Geburt erweist sich nach wie vor die Umsetzung von Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept. Hier sind über 150 Maßnahmen vorgeschlagen, deren sukzessive Umsetzung den Radverkehr in Schöneck sicherer und attraktiver machen können. Fördertöpfe stehen (standen?) bereit, die ca. 70 Prozent der Kosten übernehmen. Unsere Nachbarkommunen machen davon regen Gebrauch. Und Schöneck? Hier scheint über jede Straßenmarkierung gestritten zu werden. Das Maßnahmenpaket 2 wurde bereits im Dezember 2023 beschlossen, bisher aber nur zu geringen Teilen umgesetzt. Hier brauchen wir mit der Kommunalwahl deutlichen Rückenwind. Mit den aktuellen Verhältnissen in Parlament und an der Rathausspitze geht es nicht voran.

Mehr Infos zum Niddertalbahnausbau: Hier …          

Mehr Infos zur Umsetzung des Radverkehrskonzepts: Hier …

Demokratie bewahren: Wir sind traditionell eine Mitmachpartei

Wir wissen, unsere Demokratie steht von innen und außen unter Druck. DAS Rezept dagegen gibt es nicht. Aber es gibt viele Zutaten. Dazu gehört zunächst einmal gute Politik, die den Menschen nutzt und die häufig auch gegen populistische Widerstände verteidigt werden muss. Dazu gehört auch, dass gute Vorschläge unterstützt werden, egal von welcher Partei sie kommen. Unter anderem, wenn sie der Transparenz dienen. So sind wir froh, dass Anfang 2025 in Schöneck das Parlamentsfernsehen an den Start gegangen ist, ein Projekt, für das sich vor allem die FDP stark gemacht hatte.

Ganz wesentlich gehört für uns das Mitmachen und Mitmachen lassen dazu. Wir verstehen uns als Mitmachpartei. Bereits seit ca. 20 Jahren sind unsere Fraktionssitzungen im Rahmen unserer monatlichen Mitmachrunde öffentlich. Unsere Liste für die Kommunalwahl ist traditionell eine offene Liste, so besteht die aktuelle Fraktion aus 4 Parteimitgliedern und 3 Nicht-Mitgliedern. Und auch für die Liste für die Kommunalwahl 2026 konnten wir neben 10 Mitgliedern 15 Engagierte gewinnen, die sich ohne Parteibuch für ökologische und sozial gerechte Politik vor Ort einsetzen wollen.

Neben unseren eigenen Strukturen wollen wir auch die Strukturen der Gemeinde und der Gremien öffnen und zum Mitmachen einladen. So haben wir in 2025 mit zwei weiteren Mängelmelder-Spaziergängen und begleitender Öffentlichkeitsarbeit wesentlich dazu beigetragen, dass dieses sinnvolle Instrument zur „niedrigschwelligen“ Beteiligung von Bürger*innen noch bekannter wird. Anstatt über schlechte Zustände in sich hinein zu schimpfen, können Menschen von unterwegs mit wenigen Handgriffen mit dem Smartphone Mängel an die Gemeinde melden, die sich dann an die Behebung machen kann. Dem Bekanntmachen sollen auch die QR-Code-Aufkleber dienen, die auf Mülleimern angebracht werden sollen. Die Gemeindevertretung hat diese bereits im März beschlossen, die Umsetzung ist leider noch ausstehend.

In den offiziellen Gremien Gemeindevorstand, Gemeindevertretung, Ausschüsse und Ortsbeiräte werden Entscheidungen für die Gemeinde getroffen, in bestem Wissen der jeweiligen, ehrenamtlichen Mitglieder. Naturgemäß können diese nicht alles wissen, weshalb es notwendig ist, auf weiteres Wissen und auch auf Meinungen von Bürgerinnen und Bürgern zurückzugreifen. Aber natürlich muss die Diskussion in einer repräsentativen Demokratie in geordneten Bahnen verlaufen. Deshalb hatten wir vorgeschlagen, dass Bürger*innen vor Ausschusssitzungen 20 Minuten Zeit eingeräumt wird, sich zu den Tagesordnungspunkten zu äußern. So wird das im Einklang mit der hessischen Gemeindeordnung auch in anderen Kommunen praktiziert. Es ist uns ehrlicherweise nach wie vor vollkommen unverständlich, wieso die anderen Fraktionen, die gewiss keine schlechten Demokraten sind, diesen Vorschlag im September ablehnten.

Unsere eigenen, politischen Initiativen wollen wir mit Hilfe von Bürgerinnen und Bürgern verbessern. Dazu haben wir das Format „Mitmachantrag“ etabliert. Idee dabei: Bevor wir mit einem Antrag in die offiziellen Gremien gehen, starten wir zunächst eine Online-Umfrage, deren Ergebnisse dann in unserer regelmäßigen Mitmachrunde an jedem ersten Mittwoch des Monats besprochen werden. In 2024 waren wir mit der Initiative „Sauberhaftes Schöneck“ gestartet, deren Ergebnisse noch in der Umsetzung sind. In 2025 haben wir die „Wohnraumoffensive im Bestand“ gestartet.

Mehr Infos zu unseren Mitmachinitiativen: Hier …

Hartnäckig dranbleiben

Fast ein wenig erschrocken sind wir zum Ende des Jahres bei der Vorbereitung eines Antrags „Unerledigte Beschlüsse bis zum Ende der Wahlperiode umsetzen“. Erschrocken über das Ausmaß und die Unwucht der unerledigten Beschlüsse. Denn zwar haben wir immer ein Auge auf die Umsetzung unserer Beschlüsse, aber auch viel Verständnis für die Arbeitslast in der Verwaltung, so dass es auch mal länger dauern kann. Als wir beim Durchzählen dann feststellten, dass vor allem Initiativen der Grünen in der Warteschleife hängen und wir dabei auf zehn, zum Teil uralte Anträge kommen, hat uns dann doch sehr geärgert. Immerhin erhielt unser Antrag eine Mehrheit (gegen die Stimmen der CDU!).

Teile dieser unerledigten Beschlüsse sind in diesem Jahresrückblick bereits erwähnt. Den Antrag mit der vollständigen Liste findet ihr hier …

Wir danken allen, die unsere Politik im vergangenen Jahr unterstützt haben, hoffen auf weiter aktives Mitmachen in 2026 und versprechen für unseren Teil, dass wir hartnäckig dranbleiben wollen.

Eure Kommunalpolitiker*innen von Bündnis 90/Die Grünen

Kategorie

Bericht aus der Gemeindevertretung | Wohnen

Aktuelle Termine

Grüne Mitmachrunde

"Das Kilian" im Bürgertreff, Richard-Wagner-Straße 5, Kilianstädten. Monatliches Treffen der Schönecker Grünen mit öffentlicher Fraktionssitzung. Alle Interessierten [...]

Mehr

Grüne Mitmachrunde

"Das Kilian" im Bürgertreff, Richard-Wagner-Straße 5, Kilianstädten. Monatliches Treffen der Schönecker Grünen mit öffentlicher Fraktionssitzung. Alle Interessierten [...]

Mehr

Grüne Mitmachrunde

"Das Kilian" im Bürgertreff, Richard-Wagner-Straße 5, Kilianstädten. Monatliches Treffen der Schönecker Grünen mit öffentlicher Fraktionssitzung. Alle Interessierten [...]

Mehr

GRUENE.DE News

Neues