BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ortsverband Schöneck

Nach Abschaffung des Wiegesystems

Müllmenge in Schöneck um 15,7 Prozent gestiegen

09.02.26 –

Schönecks Müllmenge ist im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 286,8 Tonnen (15,7 Prozent) gestiegen. Das ergab eine Anfrage der Grünen. Seit 2025 gilt in Schöneck eine Müll-Flatrate, da eine Mehrheit in der Gemeindevertretung die zuvor geltenden, gewichtsabhängigen Gebühren abgeschafft hatte.

„Die gewichtsabhängigen Gebühren waren ein Anreiz, möglichst wenig Müll zu verursachen. Insofern war das Ergebnis nach dem Wegfall dieses Anreizes erwartbar. Wir hatten davor gewarnt und wollten deshalb die gewichtsabhängigen Gebühren beibehalten, leider als einzige. Durch diese politische Entscheidung entstanden 286,8 Tonnen mehr Müll und 57.000 € zusätzliche Entsorgungskosten“, ärgert sich Grünen-Fraktionschef Wolfgang Seifried.

Sparsame Menschen bezahlen den Müll von Verschwendern mit

„Besonders ärgerlich ist, dass nun sparsame Menschen, die wenig Müll verursachen, den Müll der sorgloseren Verschwender*innen mitbezahlen und sparsames Verhalten nicht mehr belohnt wird.“

Zugute halten die Grünen den anderen Fraktionen, dass die damalige Entscheidung schwierig war, weil Schöneck einer interkommunalen Zusammenarbeit beitreten wollte, um das Müllwesen effizienter zu gestalten. Die Flatrate war Voraussetzung für diesen Beitritt, weil sich die anderen Gemeinden wegen vermeintlicher technischer Schwierigkeiten schon früher gegen das Wiegen entschieden hatten: „Schade“, findet Seifried, „denn in Zeiten immer knapper werdender Ressourcen sollte der Trend eigentlich genau in die andere Richtung gehen. Und dass Deutschland als Hochtechnologieland es angeblich plötzlich nicht mehr hinbekommen soll, was jahrzehntelang möglich war, nämlich Müll mit den Fahrzeugen zu wiegen, wäre in der Tat ein Armutszeugnis und entspricht nicht meiner Wahrnehmung und Erwartung.“

Immerhin sei das Ergebnis aber weniger schlimm als befürchtet, so die Grünen. Denn bei der Gebührenkalkulation hatte eine Beratungsgesellschaft auf Basis von Erfahrungswerten anderer Kommunen mit einem Anstieg um 30 Prozent gerechnet. Insofern bedanken sich die Grünen bei den Schöneckerinnen und Schöneckern, die vergleichsweise verantwortungsbewusst handeln und trotz fehlenden finanziellen Anreizes weiter Müll sparen und trennen.

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Bericht aus der Gemeindevertretung | Pressemitteilung